Sternenfair-Milch

Ein fairer Milchpreis – bei sternenfair selbstverständlich

Ein fairer Milchpreis von mindestens 40 Cent ist ein fester Bestandteil der 5-Sterne-Philosophie von sternenfair. Hier erfahren Sie, wie sich dieser Betrag zusammensetzt und wie wir gewährleisten, dass alle beteiligten Milchbauern angemessen entlohnt werden.

Warum 40 Cent? Wie setzt sich ein fairer Milchpreis zusammen?

Es gibt verschiedene Quellen, die Betriebsvergleiche und Kostenrechnungen angestellt haben wie z.B. MEG Milchboard w. V.. Mit dem Ziel, die durchschnittlichen Kosten unserer Betriebe zu decken, haben sich die sternenfair Milchbauern auf folgende Mischpreiskalkulation geeinigt:

Posten Kosten
Aufwand Fremd-Arbeitskraft 1 Cent/kg Milch
Lohnarbeiten & Maschinenkosten 3 Cent/kg Milch
Unterhalt Sachanlagen (Gebäude u. techn. Anlagen) 6 Cent/kg Milch
Abschreibungen 5 Cent/kg Milch
Futterzukauf 7 Cent/kg Milch
Sonst. Betrieblicher Aufwand (z.B. Pachten, Strom, Wasser, Versicherungen, Tierarzt, Saatgut, Dünger, Weiterbildung) 8 Cent/kg Milch
ZWISCHENSUMME 30 Cent/kg Milch
Entlohnung Familie 10 Cent/kg Milch
SUMME 40 Cent/kg Milch

Der errechnete Milchpreis von 40 Cent deckt die durchschnittlichen Kosten eines technisch gut ausgestatteten Vollerwerbsbetriebes mit 1,5 Arbeitskräften*, wenn er jährlich etwa 500.000 Liter Milch abliefert und über eine eigene Nachzucht sowie mehr als 60 % Eigengrund besitzt.

*Bei den bäuerlichen Familienbetrieben wird als eine Arbeitskraft (= 1 AK) in der Regel eine vollwertig am Betrieb tätige Person ohne Fremdbeschäftigung außerhalb der Landwirtschaft bezeichnet. Dabei ist die anfallende Arbeitszeit nicht auf die in der Wirtschaft übliche 40-Stunden-Woche zu rechnen, sondern auf die anfallende durchschnittliche Wochenarbeitszeit mit 60 - 70 Stunden.

Quelle: Unternehmensanalyse und landwirtschaftlicher Branchenvergleich

Sind 40 Cent für alle Milchbauern fair?

Fair bedeutet für die Bauernfamilien, dass sie vom Erlös ihrer Arbeit leben können. Im Schnitt beträgt das Netto Jahreseinkommen eines Betriebs bei 33.333 Euro pro Arbeitskraft.

Von diesem Betrag muss ein Milchbauer die Lebenskosten seiner Familie decken, ihre Privatversicherungen (Krankenkasse, Altersvorsorge, Unfallversicherung etc.) bezahlen und notwendiges Eigenkapital bilden.

Daher reicht diese Summe nur, wenn der Betrieb noch Einnahmen durch den Vieh- und Kälberverkauf erzielt.

Bei der Kalkulation des Milch­preises muss berücksichtigt werden, dass sich die Kosten­strukturen der einzelnen Betriebe stark unterscheiden. 40 Cent können daher nicht pauschal als fairer Milchpreis für alle Bauern deklariert werden.

Es gibt in der konventionellen Milch­erzeugung Betriebe, die ihre Milch kosten­deckend für 35 Cent / kg produzieren können, während andere dafür deutlich über 50 Cent / kg benötigen.

Die folgenden Beispiele veranschaulichen die Ursachen der starken Abweichungen vom ermittelten Kosten­durchschnitt.

Faktoren, die einen fairen Milchpreis beeinflussen

Bei Milchviehbetrieben gibt es wegen ihrer individuellen Ausgangslagen erhebliche Unterschiede, was den kostendeckenden und somit fairen Milchpreis betrifft. Eine maßgebliche Rolle spielen dabei geografische, betriebliche und gesetzliche Gegebenheiten.

Pachtpreise

Während die Preise für die Landpacht im Osten Deutschlands unter 100 Euro / Hektar liegen, betragen die Flächenpreise in Westdeutschland deutlich über 800 Euro / Hektar.

Klima und Bodenqualität

Eine große Rolle bei der Lage des Betriebes spielen zudem das dort vorherrschende Klima, sowie die Bodenqualität. Ist die Qualität der Böden schlechter oder fallen dort nicht genügend Niederschläge, wirkt sich dies negativ auf die Erträge aus, was wiederum die Produktionskosten hebt. Im Umkehrschluss werden diese Kosten bei einer Lage mit guten Bedingungen gesenkt.

Betriebsgröße

Auch die Betriebsgröße beeinflusst die Kostenstruktur eines Milchviehbetriebes enorm. So haben größere Betriebe nicht nur günstigere Maschinenkosten sondern können ihre gesamten Fixkosten auf mehr verkaufte Liter Milch verteilen als kleine Betriebe.

Baukosten

Durch diverse Auflagen beim Neu- und Umbau, die das ortsübliche Erscheinungsbild eines Ortes wahren sollen, sind Baukosten im Voralpenland deutlich teurer als in den nördlichen Gefilden Deutschlands.

Dies sind nur einige Beispiele, die die Kostenstruktur eines Milchviehbetriebes beeinflussen. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren und der aktuellen Kostenkalkulation, haben die sternenfair Milchbauern einen notwendigen, fairen Milchpreis von mindestens 40 Cent und höchstens 44 Cent / kg definiert. 

Betriebe bei sternenfair werden so entsprechend ihrer tatsächlichen Kostenstruktur bezahlt.

Der sternenfair-Milchpreis – fair für Verbraucher und Produzenten

Fairness bedeutet für die sternenfair Milchbauern auch, dass der Verbraucher­preis bei guter Markt­lage der Milch nicht übermäßig steigt.

Auch bei guter Markt­lage für die Milch­bauern werden die sternenfair Betriebe nicht mehr als 44 Cent / kg Milch einfordern. Der sternenfair Auszahlungs­preis liegt derzeit (Stand Mai 2020) bei 42,15 Cent / kg Milch.

Kühe stehen auf einer Wiese

Vergleicht man die Milchpreise, so muss beachtet werden, dass beim Milchpreis standardisierte Fett- und Eiweißwerte zu Grunde gelegt werden sollten und die Milch der Güteklasse 1 oder S entspricht. In Bayern liegt der standardisierte Wert beim Fett 4,2 % und beim Eiweiß 3,4 %. Der deutsche Milchpreis wird in der Regel bei 4 % Fett und 3,4 % Eiweiß verglichen. Wichtig ist noch, dass auch darauf geachtet wird, dass der Milchpreis ohne MwSt. ausgewiesen ist.

Somit ist ersichtlich, dass ein Vergleich doch sehr komplex ist und man wirklich genau hinschauen muss, um den Milchpreis aller Vertreter am Markt richtig zu vergleichen.

Bei sternenfair hat man sich gegen einen Zuschlag auf den Milchpreis entschieden. Die sternenfair Bauern können pro verkauftem Liter sternenfair Milch mit einem garantierten Milchpreis rechnen, der keinen Marktschwankungen unterliegt.

Es spielt aber nicht nur der Preis eine wichtige Rolle, sondern auch die Qualität der Milch und deren Inhaltsstoffe.

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